Wieder gelesen: Ein Zweifler und Träumer

kulturtipp 05/2019 vom

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An dem autobiografisch geprägten Roman «Der grüne Heinrich» hat ­Gottfried Keller rund vier Jahrzehnte gearbeitet. Zum 200. Geburtstag ­feiert die Schweiz den Zürcher Dichter nun mit Veranstaltungen aller Art.

Gottfried Keller mit 21 Jahren: Bleistiftzeichnung seines Freundes Johann Salomon Hegi, 1840 (Bild: ZENTRALBIBLIOTHEK ZÜRICH, GRAPHI SCHE SAMMLUNG UND FOTOARCHIV, GKN 303)

Gottfried Keller mit 21 Jahren: Bleistiftzeichnung seines Freundes Johann Salomon Hegi, 1840 (Bild: ZENTRALBIBLIOTHEK ZÜRICH, GRAPHI SCHE SAMMLUNG UND FOTOARCHIV, GKN 303)

Gottfried Kellers Debütroman von 1854 war lange kein Er­folg beschieden: Bloss 900 Exemplare des «Grünen Heinrich» verkauften sich innerhalb von 20 Jahren. Kellers Zeitgenossen verschmähten den «kleinen, traurigen Roman», wie Keller sein Werk selbst bezeichnete. Doch der «Grüne Heinrich» liess ihn über die Jahrzehnte nicht los, und so schrieb er schliesslich eine zweite, komplett überarbeitete Fassung. Heute gehört der Künstler- und Entwicklungsroman zu einem der bedeutendsten Werke der deutschen Literatur – und der Vergleich der beiden Fassungen gibt einen spannenden Einblick in Kellers Schreiben. 

Eine gescheiterte Malerexistenz
Im Mittelpunkt der autobiografisch geprägten Geschichte steht ein junger Künstler, der aufgrund seiner Kleidung «der grüne Heinrich» genannt wird. Er verlässt seinen Heimatort Zürich, um in der Ferne seinen Lebenstraum zu verwirklichen: Doch er hat als Maler keinen Erfolg, lässt sich von der Mutter ­finanzieren und kehrt um viele Erfahrungen reicher, aber als gescheiterte Existenz zurück. Auch Gottfried Keller (1819–1890) scheiterte als Maler und kam verschuldet aus München nach Zürich zurück. Eine bürgerliche Existenz baute er sich erst auf, als er 1861 zum Ersten Staatsschreiber des Kantons Zürich berufen wurde. 

Sein Schreiben war stets von Zweifeln geprägt. Das letzte Kapitel der ersten Heinrich-Fassung hat er «buchstäblich unter Tränen geschmiert», wie Keller in einem Brief schrieb. [...]

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