Sounds: Verträumte Perfektionisten

kulturtipp 20/2017 vom

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Aufnehmen, verwerfen, bearbeiten: Über zwei Jahre zerpflückte die ­Psychedelic-Pop-Band Alois ihre Songs immer wieder. Nun scheinen die Luzerner endlich zufrieden und präsentieren ein leichtfüssiges Debüt.

Alois: Die Luzerner Martin Schenker, Pascal Eugster, Lukas Weber, Florian Schneider (von links) (Bild: JOAN SEILER)

Alois: Die Luzerner Martin Schenker, Pascal Eugster, Lukas Weber, Florian Schneider (von links) (Bild: JOAN SEILER)

Gerade mal einen Song brauchten Alois, um beim Zürcher «Reise reise»-­Festival alle Bedenken zu zerstreuen. Bedenken, ob sie die ­hohen Erwartungen erfüllen oder sich wie andere Psychedelic-­Pop-Bands selbst auf der Bühne begraben. Allesamt Kapellen, die hochgelobte, mit technischen Spielereien gespickte Alben veröffentlichen. Oft entstehen diese im Studio aus einzeln aufgezeichneten Tonspuren, die sich wunderbar manipulieren und arrangieren lassen – die anspruchsvolle Live-Umsetzung vor Publikum aber kann gewaltig schiefgehen. 

 

Spätsommerlicher Sound voller Wärme

 

Auch Alois aus Luzern geizen nicht mit ­Effekten für Gesang und Instrumente, doch an Büh­nenerfahrung und technischen Fer­tig­keiten mangelt es ihnen keinesfalls. Mit stoischer Ruhe spielt sich das Quartett durch sein Debütalbum «Mints», das mit eingängigen Melodien, hallenden Flächen und dahintrottenden Drums zwischen Krautrock, Shoegaze, Psychedelic- und Dream-Pop flimmert. Ob sie mit verspielten Riffs à la Mac De­Marco vorwärtsgrooven oder in gemächlich-verträumte Melancholie verfallen: Dieser warme Sound lässt die spätsommerliche Sonne nochmals strahlen.  

 

Spitzbübische Ansagen kontrastieren bei den jungen Musikern mit einer souveränen Performance an den Instrumenten. Kaum verwunderlich bei ihrer Vergangenheit an der Jazzschule Luzern, wo sich für das Bachelor-Projekt des Gitarristen Martin Schenker zuerst ein Trio aus Bass, Gitarre und Schlagzeug zusammenfand. Mit den ersten Songs des Gitarristen wurde kurzum dessen Pseudonym – eine Reverenz an den Film «Faulheit oder Der hinkende Alois» – übernommen. [...]

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