Radiokritik: Lust auf mehr

kulturtipp 04/2018 vom

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Arthur Welti galt als Radiomann der ersten Stunde. Mit viel Begeisterung reportierte er fast 30 Jahre lang das Geschehen in der Schweiz. Der Germanist und Schauspieler war 1933 zur SRG gestossen, die ­ihren Betrieb zwei Jahre zuvor aufgenommen hatte. Radio SRF 1 widmete dem vielseitigen und neugierigen Menschen jüngst einen «Doppelpunkt». Zu hören gab es unter anderem eine Sequenz von Weltis Reportage über die erste Sesselbahn in Pontresina. Darin liess er sein Publikum teilhaben an seinem Fahr-Erlebnis im Sesseli den Berg hinauf. «Hey Chline, farsch du au zom erschte Mol?», rief er mitten im Geschehen ­einem entgegenkommenden Fahrgast zu, und schon war ein Gespräch im Gange. Spontan, frisch und fröhlich kam das alles über den Äther – und machte Lust auf mehr. Gleiches widerfuhr der Zuhörerin bei den weiteren «Reportage-Müsterli» von der Landesausstellung 1939 oder über eine Titanic-Überlebende. Als «akustische Gemälde» bezeichnete Historiker Ruedi Müller Weltis Reportagen. Wohl zu Recht, leider aber gab die Sendung zu wenig Gelegenheit, in diese kunstvolle Welt einzutauchen. Zu kurz waren die Ausschnitte von Weltis Originalbeiträgen, zu lang die Ausführungen zum (Nicht-)Gehörten. Schade!

SRF-«Doppelpunkt»: Der «Radio-Welti» – Radiopionier Arthur Welti
Abrufbar unter: www.srf.ch/sendungen/doppelpunkt

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