Klassik: «Ich finde Oper nicht wirklich ein Kunstwerk»

kulturtipp 06/2018 vom

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Die Sopranistin Christa Ludwig wird 90 Jahre alt. Im Gespräch erzählt sie, dass sie die Oper wenig interessiert. Maria Callas war die einzige Sängerin, die sie wirklich fasziniert hat.

Christa Ludwig: «Ich habe gelernt zu singen, Sie, Journalist zu sein – fertig» (Bild: DIDIER BAVEREL /WIRE IMAGE)

Christa Ludwig: «Ich habe gelernt zu singen, Sie, Journalist zu sein – fertig» (Bild: DIDIER BAVEREL /WIRE IMAGE)

Wer Legenden der goldenen Opernjahre treffen will, wird Enttäuschungen erleben. Oft ist von den ehemaligen Diven kaum mehr zu hören als die Worte: «Früher war alles besser.» Und wehe, man bewundert nicht jeden ihrer Töne mit tiefer Verbeugung. Wer die 90-jährige deutsche Mezzosopranistin Christa Ludwig trifft, wird verblüfft sein, wie kritisch sie ihren Beruf heute beurteilt.

Ein Rädchen muss ins andere greifen 
Auf die Frage, wie sie die aktuelle  Sängergeneration erlebe, sagt sie trocken: «Ich gehe selten in die Oper, sie hat mich im Grunde genommen nie allzu sehr interessiert. Ich finde Oper nicht wirklich ein Kunstwerk – höchstens bei Richard Wagner und vielleicht bei Richard Strauss. Aber all die italienischen Werke von Gioachino Rossini, Gaetano Donizetti und Giuseppe Verdi – ist das tatsächlich Kunst?» Kaum gesagt, zitiert sie den Grafen aus Richard Strauss’ «Capriccio»: «Eine Oper ist ein absurdes Ding. Befehle werden singend erteilt, über Politik im Duett verhandelt. Man tanzt um ein Grab, und Dolchstiche werden melodisch verabreicht. [...]

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