Hörbuch-Tipp: Amos Oz

kulturtipp 03/2019 vom

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Vermeintliches Paradies  
Immer wieder muss man sich selber versichern: Ja, Amos Oz war erst Anfang 20, als er diese Erzählungen schrieb. Diese präzisen Beobachtungen! Der Rhythmus seiner Sätze! Wenige Monate vor seinem Tod erschienen im Herbst unter dem Titel «Wo die Schakale heulen» erstmals Kurzgeschichten auf Deutsch, welche der israelische Autor zwischen 1962 und 1964 geschrieben hatte. Rund um einen Kibbuz und dessen Bewohner verweben sich Liebe und Hass, äussere und innere Konflikte. In der Hörbuchfassung liest Sprecher-Legende Christian Brückner. Die Stimme des 75-Jährigen ist mittlerweile etwas brüchig geworden. Doch Oz’ Beschreibungen werden dadurch nur noch lebendiger: Die Landschaften und Geräusche verbreiten latent Unbehagen, der Wüstenwind Chamsin bringt Unheil, immer wieder jaulen die Schakale. Denn draussen ist es bedrohlich. Aber der Kibbuz ist längst auch kein Paradies mehr. 

Amos Oz
Wo die Schakale heulen 
Ungekürzte Lesung 
Sprecher: Ch. Brückner 
5 CDs, 689 Minuten 
(Parlando 2018) 

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