Fernsehkritik: Wilde Kerle

kulturtipp 05/2018 vom

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Axl Rose, Sänger der US-Band Guns N’ Roses (Bild), ist ein äusserst gewöhnungsbedürftiger Charakter. Was die Dokumentation auf Arte am 9. Februar auch anschaulich belegte: Er kam oft zu spät, ging zu früh, prügelte sich schon mal mit einem Konzertbesucher, weil dieser fotografierte, benahm sich recht grosskotzig. Sein Antipode: Slash, der es als Gitarrist laut krachen lässt, ansonsten der Stille in der Band ist. Aber sie haben halt unglaubliche Talente. Rose verfügt über den grössten Stimmumfang im Rock. Heute singt er aushilfsweise bei den australischen Hardrock-Giganten AC/DC. Slash gilt als Ausnahmegitarrist. Dazu kommt, wofür Guns N’Roses in ihrer Masslosigkeit exemplarisch stehen: Rock ’n’ Roll als eine Anhäufung von Exzessen und Randale, von Streit, Zerwürfnissen und natürlich Sex und Drogen. Die Dokumentation wartet mit Interviews mit Bandmitgliedern und Weggefährten auf. Exklusiv: Wacklige, unscharfe Videoaufnahmen mit suboptimaler Tonqualität, die aber einmalige Zeugnisse der frühen Band-Jahre sind. Der Film zeigt einen Haufen wilder Kerle, die es von ganz unten bis nach ganz weit oben geschafft haben mit ihrer lauten Musik. Man darf staunen und fasziniert sein – ob man ihren Sound mag oder nicht. 

Guns N’ Roses – Die gefährlichste Band der Welt
Abrufbar bis 10.5.: www.arte.tv.videos

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