Damit der Ticketkauf nicht zum Glücksspiel wird

kulturtipp 03/2013 vom | aktualisiert am

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Attraktive Konzerte sind schnell ausverkauft. Gleichzeitig steigen die Ticketpreise. Der kulturtipp zeigt, wie man am besten und günstigsten zu Karten kommt und Frust vermeidet.

Ein Fan scheut keine Mühe, um ein Ticket für den Auftritt seines Lieblingskünstlers oder seiner Lieblingsband zu ergattern. So werden wohl am kommenden 31. Januar wieder etliche Musikliebhaber bereits um 5 Uhr in der Früh an SBB-Schaltern warten, um sich eine Karte zu sichern – für ein Konzert der deutschen Punk­rockband Die Toten Hosen im Juni in St. Gallen.
Man kann sich ausmalen, wie gross die Ernüchterung und die Enttäuschung bei denjenigen sein werden, wenn Minuten nach Schalteröffnung bereits alle Tickets verkauft sind. Dieses Szenario ist mittlerweile keine Seltenheit mehr: Immer häufiger sind Grossveranstaltungen dieser Art in Kürze ausverkauft.

Luxusobjekt Konzert

Stimmen die Gerüchte, und die Rolling Stones gehen dieses Jahr wieder auf Tournee, so sind ihre Auftritte mit Sicherheit innert weniger Minuten ausverkauft, denn nur ein Bruchteil der Tickets geht in den Verkauf am Schalter. Ein Glücksspiel für die Konsumenten: Viele Karten werden direkt übers Internet veräussert, bei offiziellen Verkäufern wie Ticketcorner oder über Wiederverkäufer wie Viagogo.
Die Preise für Rock- und Pop-Konzerte sind in den letzten Jahren massiv gestiegen. So kosten bei Ticketcorner die günstigsten Eintrittskarten für das Konzert von Bruce Springsteen im Juli in Genf Fr. 108.50. Die teuersten Tickets Fr. 183.70. Ein hoher Preis zwar, der aber im Vergleich zu denjenigen anderer Stars geradezu human ist. Die günstigsten Karten fürs Konzert der Rolling Stones im letzten November in London kosteten 406 Pfund (Fr. 607.–). Die Künstler rechtfertigen diese hohen Preise mit der zunehmenden Internet-Piraterie und den fehlenden Einnahmen aus dem CD-Verkauf.
Doch die Zuschauer bluten nicht nur für Gagen der Künstler, sondern auch wegen der Gebühren der Ticketing-Firmen. Seit 2011 verlangt Ticketcorner für den Postversand Fr. 9.80 und bei elektronischen Tickets ([email protected]) werden Fr. 3.50 als Bearbeitungsgebühr verlangt.
Wer kein Ticket über einen «normalen» Kanal erwerben konnte, ist auf Plattformen wie beispielsweise www.viagogo.ch. angewiesen, um zu einem Billett zu kommen. So sind etliche Karten für das bei Ticketcorner ausverkaufte Konzert der britischen Rockband Muse bei Viagogo erhältlich. Stehplätze kosten dort zwischen Fr. 119.– und Fr. 607.–, im Vergleich zum offiziellen Preis von Fr. 94.–, den Ticketcorner dafür verlangt hatte.

Vorgängig informieren

Konzerte werden vielfach bereits Monate im Voraus angesagt. Dies muss sich jeder Musikliebhaber zunutze machen: Mit ­Informationen über Websites, Apps (Songkick) oder Newsletter von Konzertlokalitäten und Veranstaltern – man sollte sich frühzeitig über geplante Tourneen und Konzerte informieren. Der Vorverkaufsstart muss im Kalender eingetragen werden und darf keinesfalls vergessen gehen.
Hilfreich sind persönliche Konten bei Unternehmen wie Ticketcorner und Starticket: Diese bieten teilweise personalisierbare Newsletter an, die dann über anstehende Konzerte der Lieblingsband oder -künstlerin  informieren. Auch lässt sich mit dem Nutzerkonto das mühsame Ausfüllen der Bestellungssites beim Onlinekauf umgehen – womit wertvolle Zeit gespart wird, wenn der Vorverkauf losgeht.
­Ist der Tag des Vorverkaufsstarts da, kann es sich lohnen, taktisch vorzugehen.

  • Sämtliche Personen, die gemeinsam an ein Konzert möchten, sollen versuchen, gleichzeitig über verschiedene Kanäle an Karten zu kommen. Dazu gehören die Websites der Verkäufer (meist Ticketcorner oder Starticket) und die Schalter von SBB und Post. Professionelle Ticketwiederverkäufer gehen ebenfalls so vor, nur haben sie meist mehrere Helfer, die an vielen Schaltern gleichzeitig anstehen.
  • Kann man keine Helfer mobilisieren, soll man versuchen, sich während des Anstehens via Smartphone-Apps der Ticketing-Unternehmer ein Ticket zu sichern.
  • Zu beachten ist die genaue Uhrzeit des Verkaufsstarts, um sich schon vorher beim Ticketing-Unternehmer einzuloggen. Häufig sind die Server beim grossen Andrang überlastet.
  • Sollte die Seite abstürzen, versucht man es am besten erneut im Fünf-Minuten-Takt.
  • Ist das Konzert trotz aller Versuche ausverkauft, bleibt noch eine Chance: Die Ticketing-Unternehmen verkaufen nicht immer zu Beginn des Vorverkaufs das ganze Kontingent. Deshalb  bieten sie oft kurz vor dem Event nochmals Karten zum Verkauf an.
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