Brief-Edition: Ein Warner unter Mitläufern

kulturtipp 18/2018 vom

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Briefe von Hermann ­Hesse aus den Jahren 1933 bis 1939 belegen, wie sich der Schriftsteller für Menschlichkeit in einer «irrsinnig gewordenen» ­politischen Welt einsetzte.

Hermann Hesse: Der Autor lebte von 1919 bis 1962 in Montagnola (Bild: FOTO MARTIN HESSE © MARTIN HESSE ERBEN)

Hermann Hesse: Der Autor lebte von 1919 bis 1962 in Montagnola (Bild: FOTO MARTIN HESSE © MARTIN HESSE ERBEN)

«Ich bitte Sie sehr, liebe Els, machen Sie nicht für Hitler und die deutsche Diktatur Propaganda! Sie dienen damit dem nächsten Krieg, und einem verschärften Klassenkampf.» Mit diesen Worten warnt Hermann Hesse in ­einem Brief im März 1933 die befreundetet Els Bucherer-Feustel, Ehefrau des Basler Malers Max Bucherer. Erst wenige Wochen zuvor hat Adolf Hitler in Deutschland die Macht ergriffen, und Hesse mahnt: «Die Begeisterung über Deutschlands plötzlich entdeckte Grösse, liebe Els, wird wieder zu Krieg und Blut führen.»

«Inmitten dieser Blindheit  mit offenen Augen»
Die Briefe sind Teil der fünften, auf insgesamt zehn Bände angelegten Brief-Edition. Die Dokumente aus den Jahren 1933 bis 1939 lassen in den Alltag des deutschen Literaturnobelpreisträgers blicken, der ab 1919 bis zum Tod 1962 im Tessiner Dörfchen Montagnola lebte. Und sie belegen: Das «Dritte Reich» war sichtbar, und nicht, wie oft behauptet, ein Schauspiel in einer undurchdringlichen Nebelzone. Hesse schrieb 1938 eine Postkarte an den St. Galler Lyriker Carl Gemperle: «Es ist schlimm, inmitten dieser Blindheit mit offenen Augen zu leben.» 

Der Band zeigt, wie sich Hesse für die in die Schweiz eingewanderten und auch hier bedrohten Kollegen einsetzte. [...]

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