Spiritualität, gesunde Ernährung, keine materiellen Zwänge: Das Leben in einer Kommune lockte in den 1970ern zahlreiche Menschen an, die sich ein Dasein jenseits der Leistungsgesellschaft wünschten. In der Westschweiz, in Frankreich und Kanada wurde dieser Traum letzlich zur Tragödie: Von 1994 bis 1997 starben 74 Sektenmitglieder der Sonnentempler in vier kollektiven Suiziden und Morden. Von einem «Horrortag » sprach das Westschweizer Fernsehen, als die ersten Todesfälle im Freiburger Weiler Cheiry publik wurden. Diesen Horror rollt nun die RTS-Dokumentarserie «Die Bruderschaft» auf, die neu auf Play Suisse zu sehen ist. Detailliert erklären die vier 52-minütigen Episoden, wie eine einst lose Gemeinschaft zur Sekte wurde, wie die Führer Jo Di Mambro und Luc Jouret ihre Mitglieder täuschten und wie interne Zwiste entstanden. Dabei kommen Angehörige von Opfern, Polizisten, Journalisten und ehemalige Mitglieder wie der Dirigent Michel Tabachnik zu Wort. «Die Bruderschaft» ist schwere Kost. Tondokumente beweisen Jo Di Mambros Tötungspläne für kritisch eingestellte Mitglieder. Tatortfotos und persönliche Effekten der Opfer zeugen vom Tod der Menschen. Und Interviews verdeutlichen, welch tiefgreifende Traumata das bei Angehörigen und Überlebenden hinterliess.

Die Bruderschaft – Geheimnisse der Sonnentempler
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