Kunstschaffende, die sich politisch engagieren, sind in der Schweiz rar. Dem gängigen Vorurteil widersprechen die Macher von www.kunst-und-politik.ch. Hier äussern sich namhafte Schriftsteller wie Franz Hohler, Gerhard Meister, Kurt Marti, Zsuzsanna Gahse, Jürg Halter oder Klaus Merz mit ihren Texten zu bestimmten Themen. So haben sie zum diesjährigen 1. August etwa Lyrik zur gegenwärtigen politischen Lage der Schweiz verfasst.
Entstanden ist die Website Anfang 2010. «Die Annahme der menschenrechtswidrigen Anti-Minarett-Initiative hat etliche Künstlerinnen und Künstler aufgeschreckt und neu politisiert», sagt der Berner Autor Guy Krneta, Verantwortlicher der Website. 1135 Künstler haben damals einen Aufruf zur Stützung ­
der eidgenössischen Antirassismuskommission unterzeichnet. Daraus entstanden ist das Netzwerk Kunst + Politik.
User können auf der Internetplattform in den aufgeschalteten Texten der Autoren stöbern, politische Debatten verfolgen und sich über künstlerisch-politische Aktionen informieren. «Aus der Website erwachsen zudem neue Websites als eigenständige Projekte», führt Krneta aus. Die nächste Aktion ruft zu den nationalen Wahlen am 23. Oktober auf. Rapper Greis hat dazu eigens eine Compilation zusammengestellt. Zwischen dem 23. September und dem Wahlstichtag können auf www.v2011.ch kostenlos neue Stücke als ZIPfiles (inklusive pdf-Booklet) heruntergeladen werden. «Unser Zusammenschluss hat dazu geführt, dass Kunstschaffende wieder vermehrt als politische Stimmen Gehör finden», ist Krneta überzeugt.