Lesungen, Hörspiele, Vorträge, Literatur-Diskussionen, Poetry- Slams oder Rezensionen fürs Ohr: Das liefern die Literatur-Webradios im besten Fall. Noch ist das Angebot beschränkt und befindet sich im steten Ausbau. Drei Webradios, bei denen es sich jetzt schon lohnt, ein Ohr reinzuwerfen:
 
Mit einer übersichtlichen Website überzeugt litradio.net. Betrieben wird es von Studierenden der Universität Hildesheim. Hier lässt es sich durch Lesungen und Literaturdiskussionen klicken. Darunter sind renommierte Autoren wie Michael Kleeberg, dessen Lesung aus «Das amerikanische Hospital» im Literaturhaus Berlin nachzuhören  ist. Andere registrierte Schriftsteller sind in der Schweiz zwar (noch) unbekannt, dafür erhalten die Internetportal-Nutzer ­einen Einblick in neue Strö­mungen der deutschen Gegenwartsliteratur oder in aktuelle Diskus­sionsthemen.
 
radio.sheherazade.ch hat sich im Gegensatz dazu ganz der Schweizer Literatur verschrieben. Es sendet rund 30-minütige Lesungen von Schweizer oder in der Schweiz lebenden Autorinnen und Autoren: Aus ihren Texten lesen etwa Hugo Loetscher oder Ruth Schweikert auf Deutsch, Arno Camenisch auf Rätoromanisch, Fabio Pusterla auf Italienisch oder Mehmet Myftiu auf Albanisch. Das Ziel von Projektleiter und Autor Urs Richle ist ein literarisches Tonarchiv der Schweiz.

Auf Lesungen und Hörspiele von Autoren aus dem deutschsprachigen Raum beschränkt sich literaturradio.com. Anders als bei den andern zwei Webradios müssen sich die User für die Nutzung registrieren. Und es gibt im Archiv keine Übersicht über die Autoren: Es gilt, sich auf gut Glück durch den Lesungs­dschungel zu klicken.