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Sein Studium hat er geschmissen, in der Liebe läufts nicht rund, er trauert um seinen Vater, hat Panikattacken, und seine Freundinnen stösst er mit Kurzschlussaktionen vor den Kopf: Das Leben des Mittzwanzigers Lalo in Hamburg ist ganz schön aus den Fugen geraten. Dieses Chaos fängt die ARD-Serie «Schwarze Früchte» mit einem grösstenteils queeren und schwarzen Ensemble gelungen ein.
Die Dialoge sind ungekünstelt und direkt, und die Charaktere schillern bunt in all ihren Ambivalenzen: Lalos Verletzlichkeit scheint genauso durch wie sein zuweilen nervendes Kreisen um sich selbst. Und seine beste Freundin Karla (Melodie Simina) wirkt gegen aussen stark, zunehmend zeigen sich aber auch ihre Zweifel. Als Karrierefrau muss sie sich in einem männerdominierten Umfeld gegen Zudringlichkeiten und gegen den Vorwurf, sie sei eine Quotenfrau, wehren.
Die acht Folgen, für die Hauptdarsteller Lamin Leroy Gibba auch als Chefautor und Mitproduzent tätig war, schwanken zwischen Komik und Tragik und zeigen in manchen Szenen auch den subtilen Rassismus im Hamburger Alltag – etwa von einer wohlmeinenden Kunstveranstalterin, die sich in intellektuelles Geschwurbel zum Thema Fremdsein verstrickt. Genüsslich leuchtet die Serie solche Widersprüche aus und bleibt stets nahe bei den
Menschen und ihren inneren Kämpfen.
Schwarze Früchte
www.ardmediathek.de

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