Wie hoch die beiden Elektromusiker im Kurs stehen, sieht man gleich zu Beginn: Während sich beim hippen DJ Vestax
(Internetstar Mister V) in der Garderobe Champagnerflaschen und erlesene Snacks stapeln, wird der ältere DJ Scorpex (Vincent Cassel) mit einem Sandwich und Mine­ralwasser abgespeist.

Trifft sich also gut, dass die Geheimdienstagentin Rose (Laura Felpin) Scorpex anzuheuern versucht, um Vestax’ Verstrickungen zu einem internationalen Drogenring auffliegen zu lassen. Falls die Undercover-Aktion glückt, habe Scor­pex freie Bahn für ein ­Come­back, meint Rose. Doch der abgehalfterte Musiker blockt ab: «Welches Comeback? Ich war niemals weg.» Erst als der Gerichtsvollzieher wegen Steuer­schulden an seine Tür klopft, willigt Scorpex ein.

Der französische Regisseur und Musikproduzent So Me wildert mit «Banger» lustvoll zwischen klassischer Agentenkomödie und Unterhaltungs­farce. Wobei noch eine Prise Familiendrama hinzukommt, wenn Scorpex’ Tochter Toni (Nina Zem) nicht nur als ­DJane, sondern auch als Model durchstarten will.

Das ist etwas viel aufs Mal, aber egal – dieser Film lebt zu 100 Prozent von Hauptdarsteller Vincent Cassel, der hier nicht wie sonst den harten Hund gibt, sondern sich inmitten von Gangstern immer wieder herrlich zum Affen macht.

Banger
Netflix