Die Hauptfigur in der neuen Serie «Too Much» von «Girls»- Erfinderin Lena Dunham ist, wie es der Titel sagt: «Zu viel des Guten». Das stellt auch ­­der Indie-Musiker Felix (Will Sharpe) fest, als er Jess in einer Bar in London kennenlernt. Die New Yorkerin, passend überdreht gespielt von der ­Komikerin Megan Stalter, ist eine hyperventilierende Dramaqueen, die anfangs ihren Ex und dessen neue Influencer- Freundin stalkt und, kaum in der neuen Wohnung in London angekommen, versehentlich ihr wallendes Grossmutter-Nachthemd anzündet.

Das ist mal nervig, mal sehr lustig, hebt sich aber in jedem Fall wohltuend ab von den sterilen Hochglanz-Frauen, wie man sie etwa aus «And Just Like That» (der Nachfolgeserie von «Sex and the City») kennt. Nach dem schrillen Serien­auftakt schlägt Jess in weiteren Folgen durchaus auch nachdenkliche Töne an – und zeigt sich in all ihrer Verletzlichkeit menschlich und gnadenlos ehrlich. 

Too Much
Netflix