«Wollten Sie ein Stachelschwein vögeln?» Zugegeben, Ethan Hawke sah schon ansehnlicher aus als in der ­Disney+-Serie «The Lowdown». Seine Figur Lee Raybon begreift sich aber nun mal als journalistischer «Wahrheitschronist» in Tulsa, Oklahoma, und das bringt diesem grundnervösen Mann Probleme und Prügel am Laufmeter ein. Vor allem, als er sich mit der superreichen Familie Washberg anlegt, die Kontakte zu Rechtsextremisten pflegt.

«The Lowdown» von Sterlin Harjo ist eine unberechenbare Coen-Brothers-Hommage mit einem Ethan Hawke in Hochform. Nie scheint es ihm ein grösseres Vergnügen gewesen zu sein, den örtlichen Buhmann wie auch den Erlöser in einer Person darzustellen. So bringt sich seine Figur, die stets opportunistisch denkt, laufend in ausweglose Situa­tionen – spätestens nachdem sich Dale Washberg (Tim Blake Nelson) umgebracht hat und sich dessen Bruder Donald (Kyle MacLachlan) fröhlich mit der Witwe vergnügt.

Raybon, der selbst zwischen geschiedener Frau, schlauer Tochter, schäbigem Buchladen und Alltagsproblemen mäan­driert, ist also gefordert. Wie Hawke das hinkriegt als wandelnde Peinlichkeit, das verleiht dieser Krimifarce ihre ganz spezielle Würze.

The Lowdown

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