Zunächst krabbelt nur eine Fliege unterm Glas, aber bald gibts auch menschliche Gefangene: Eine undurchdringliche schwarze Wand versperrt Liv (Ruby O. Fee) und ihrem Freund Tim (Matthias Schweig­höfer) ganz plötzlich den Weg in die Aussenwelt. Tags zuvor wollte sie noch im Camper nach Paris, der vielbeschäftigte Spieleentwickler lehnte ab. Jetzt gibts nur noch eine Hoffnung: die Wohnungsböden durchbrechen bis hinunter in den Luftschutzkeller.

Der Netflix-Spielfilm «Brick» holt das altbekannte «Huis Clos»-­Thema in eine Mystery-­Gegenwart und intensiviert ­dabei die Lautstärke. Tim ­findet, man müsse nur eine Lösung finden «wie bei so ­einem Game». Sie schüttelt den Kopf: «Wir sind hier nicht in einem deiner beschissenen Com­puterspiele.»

Nein, sind wir nicht. Aber warum diese Animositäten? Autor und Regisseur Philip Koch verrät den Grund leider sehr früh. Immerhin stösst das Paar auf dem Weg nach unten auf Nachbarn, ­wobei einer von ihnen partout verhindern will, dass die andern nach draussen finden.

Da könnte man «Brick» für einen Film gewordenen Escape-Room halten, angereichert mit Action und unberechenbaren Figuren. Das ist solide Unterhaltung, und am Ende wartet zudem eine Überraschung, die einem als Zuschauer das Blut in den Adern gefrieren lässt. 

Brick
Netflix