Kaum sind wir drin in der ­Protzvilla im südspanischen Marbella, deutet der musku­löse Mann auf eine Frau im Bikini: «Das ist mein Geschirrspüler.» Willkommen im Reich der ultramaskulinen Influencer, die sich mit ­Podcasts und Frauenverachtungs-­Coachings auf Social-Media-­Kanälen eine goldene Nase verdienen.

Zum Glück gibt es ­einen Journalisten wie Louis Theroux, der sich in die Höhlen dieser Möchtegern­löwen vorwagt, zuhört und Fragen stellt: «Du könntest auch etwas Gutes tun, Menschen helfen zum Beispiel?» Die Antwort des Influencers: «Hätte ich nur Gutes getan, wäre ich auf Social Media nie so erfolgreich geworden.»

«Inside the Manosphere» ist eine unbequeme, aber faszinierende Doku. Die ­Influencer ­predigen eine Rückkehr zu traditionellen Geschlechterrollen, praktizieren aber einseitig ­monogame Beziehungen und wettern gegen Frauen, wo sie nur können. Damit sprechen sie überwiegend männliche Fans an, die ihnen dafür Unsummen bezahlen. Warum? «Als Mann schenkt dir keiner was», heisst es mantramässig.

Wir erinnern uns: In Paul Thomas Andersons Film «Magnolia» spielte Tom Cruise einst einen solchen Frauenhasser. Im Vergleich zu heutiger toxi­scher Männlichkeit wirkt das allerdings fast schon harmlos.

Louis Theroux – Inside the Manosphere
Netflix