Schneeflocken sind etwas Friedliches. Doch der Stadt ­Buenos Aires bringen sie eines Abends nicht Winterzauber, sondern den Tod: Jeder, der mit ihnen in Berührung kommt, stirbt sofort. Juan Salvo (Ricardo Darín) und seine Freunde haben in einem Haus überlebt. Doch damit beginnt in «Der Eternaut» erst ihr zermürbender Kampf gegen eine noch grössere Bedrohung.

Der Sechsteiler auf Netflix ist eine Adaption der gleich­namigen Graphic Novel von Héctor Germán Oesterheld und Francisco Solano López aus den 1950ern. Regisseur Bruno Stagnaro versetzt die Science-­Fiction-­Ge­schich­te ins Jetzt, fängt die Spannung, die be­drückende Stimmung und die Themen des Originals aber perfekt ein.   

«Der Eternaut» ist nicht ­irgendein Comic, sondern ein bedeutendes Stück argentinischer Literatur. Héctor Germán Oesterheld und seine vier Töchter wurden in den 1970ern Opfer der Militärdiktatur. Seine Graphic Novel wiederum wurde als Plädoyer für den Widerstand gegen die Junta gelesen. Und sein Protagonist Juan ­Salvo ist bis heute eine Art Ikone. In Buenos Aires begegnet man ihm zum Beispiel als Graffiti: Der Alltagsheld, der im Schutzanzug durch den Schnee stapft. Ein Denkmal für Menschlichkeit im Angesicht des Grauens. Und ein Denkmal für seinen Schöpfer. Mit dieser Serie hat Oesterheld ein wei­teres erhalten.

Der Eternaut
Netflix