Was Vogelbeobachtungen und Mordermittlungen gemeinsam haben, erfährt man in der ­neuen Netflix-Krimikomödie «The Residence». Die Detek­tivin und Hobby-Ornithologin Cordelia Cupp (Uzo Aduba, Bild) ist so schrullig wie scharfsinnig und ermittelt in der acht­teiligen ­Serie im Weis­sen Haus. 

Über Washington entdeckt sie mit ihrem Feldstecher so manchen seltenen Vogel – und löst wie nebenbei den Mord am Chefbutler A. B. Wynter (Giancarlo Esposito, «Breaking Bad»). Dieser wird an einem Staatsdinner mit australischen Ab­geordneten tot aufgefunden, und so gibt es 157 Tatverdächtige, die den Präsidentenpalast mit seinen 132 Zimmern vorerst nicht verlassen dürfen. 

Von der cholerischen Köchin über den ­undurchsichtigen Präsidenten­gatten bis zum beleidigten Schweizer Konditor Mr. Gotthard haben fast alle ein handfestes Motiv. Aber ­De­tektivin Cupp beherrscht die Kunst des Schweigens und Starrens und bringt damit die Verdächtigen im Verhör so aus dem Lot, dass nach und nach jedes ­Geheimnis ans Licht kommt.

Dem momentanen Trauerspiel im realen Weissen Haus stellt die Serienschöpferin Shonda Rhimes («Bridgerton») eine knallbunte, diverse und skurrile Komödie entgegen, die irgendwo zwischen Agatha Christies Miss Marple und dem Krimihit «Knives Out» pendelt und mit einem schlagkräftigen Schauspielensemble über­zeugt – inklusive Popstar Kylie Minogue in einer witzigen Gastrolle. 

The Residence
Netflix