Der Countdown zählt rasch runter. Kaum haben Wissenschafter eine RNA-Sequenz aus fernen Welten entdeckt, kippen die Leute reihenweise um. Wer nicht stirbt, wird mental gleichgeschaltet – alle ausser die grantige Bestsellerautorin Carol Sturka (Rhea Seehorn) und zwölf weitere Menschen weltweit.

«Pluribus» heisst der jüngste Streich von Vince Gilligan, der seit «Breaking Bad» und «Better Call Saul» als Seriengott gilt. Nun wildert er durch eine Science-Fiction-Welt und schraubt genüsslich an seiner nivellierten Menschheit, die Carol unbedingt zum Glück verhelfen will. Aber die weigert sich standhaft, nicht ahnend, was ihre emotionalen Aus­raster anrichten.

Dass diese Apple-TV+-Serie, angelegt auf zwei Staffeln, äusserst erlesen daherkommt, verwundert nicht. Allerdings sind die oft überlangen Einstellungen von Gilligan diesmal einfach … überlang. Da passiert weder im Gesicht von Rhea Seehorn noch in der Geschichte allzu viel.

Dabei wäre der «Pluribus»-­Ansatz clever: Was ist indivi­duelles Glück? Und wie soll man damit umgehen, wenn es einem auf kollektiv freundliche Art aufgenötigt wird? Da gelingt Gilligan eine kluge Variation irgendwo zwischen «Body Snatchers» und «Akte X», seinem eigenen Grosserfolg aus den Neunzigern.

Pluribus

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