Mit der Wahrheit nimmt es die 16-jährige Beth (Gabrielle Creevy) nicht so genau: In der Schule im walisischen Cardiff erzählt sie, ihr Dad sei ein langweiliger Steuerbeamter und ihre Mum eine Personal­leiterin, die sie an Ballettaufführungen begleiten muss. Die Realität hingegen ist brutal: Beth muss sich daheim um ihre bipolare Mutter kümmern, die immer wieder in der Psychiatrie landet, während der Vater saufend auf dem Sofa rumhängt.

Die preisgekrönte BBC-Serie «In My Skin», die nun erstmals im deutschsprachigen Raum in der Arte-Mediathek läuft, ist ein ungeschöntes, aber mit schwarzem Humor erzähltes Sozialdrama. Beth ist ein ganz normaler Teenager – aufmüpfig, klug und verknallt in ihre Klassenkameradin Poppy.

Mit ihren beiden besten Freunden Lydia und Travis leert Beth nach der Schule auch mal eine Flasche Schnaps und kugelt sich danach vor Lachen auf der Wiese im Park. Doch nicht mal ihren Freunden erzählt sie, warum sie manchmal alles stehen und liegen lassen muss, um nach einer erneuten Eskalation daheim ihre psychisch labile Mutter zu unterstützen.

Die zwei Staffeln mit je fünf halbstündigen Folgen gehen unter die Haut. Das packende Drama im derben Teenager-­Slang zeigt, dass Aufgeben für die 16-Jährige keine Option ist – und dass manche Träume sich trotz prekären Familienverhältnissen verwirklichen lassen. 

In My Skin
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