Es beginnt mit verstopften ­Abflüssen, aggressiven Hunden und nervösen Pizzicato-Klängen: Die Schriftstellerin Aggie Wiggs (Claire Danes) ist mit den Nerven am Ende.

Seit ihr Sohn bei einem Auto­unfall starb, hat sie sich von ihrer Partnerin getrennt und den Verursacher des tödlichen Crashs so sehr bedrängt, dass sie mit einem Annäherungsverbot belegt wurde. Klar, dass Aggie seither an Schreib­stau leidet und die Mahnungen sich türmen.

Aber dann zieht mit dem Immobilienmogul Nile Jarvis (Matthew Rhys) ein ­neuer Nachbar ein, der angeblich seine Ex-Frau ermordet hat. Aggie ist angewidert und fasziniert zugleich.

Die Netflixserie «The Beast in Me» von Gabe Rotter potenziert das Unglück einer Frau in selten gesehenem Masse. Zu Beginn wirkt das so dicht, dass man innerlich friert ob der fassungslosen Miene von Claire Danes («Homeland»). Die Figuren sind straff gezeichnet, der hitchcocksche Thrill ist mit Händen greifbar: Als der Unfallverursacher spurlos verschwindet, findet das der aus ­einer Trump-artigen Familie stammende Nile völlig in Ordnung.

Übertrieben? Sicher, aber es passt zum Grundton dieser ­Serie. Warum dann aber ein FBI-Mitarbeiter mitten in der Nacht betrunken vor ­Aggies Haus auftaucht, bleibt ein ­Rätsel.

The Beast in Me
Netflix