Das Auge dieser Familie ist überall. Und vielleicht ist gerade dieser Umstand das Beängstigendste an der Serie «Unter der schwarzen Sonne». Man weiss nie, wer hier wen ­beobachtet und die Fäden zieht.

Im Fokus der Netflix-Produktion steht eine Rosenzüchter­familie in der Provence, die in kurzer Zeit drei Schicksalsschläge verdauen muss: Erst lässt der Patron Arnauld (Thibault de Montalambert) einen lukrativen Deal mit einem Parfümhersteller platzen. Tags dar­auf liegt er erschossen im Gewächshaus. Und schliesslich entpuppt sich die auf der Flucht befindliche Saisonarbeiterin Alba (Ava Baya) als erbberechtigtes Kind von Arnauld.

Kurz: In diesem Familien­thriller ist von Anfang an der Teufel los. Bloss gut, dass Alba als Hauptverdächtige Hilfe von Abtrünnigen des serbelnden Gutshauses erhält, denn sie muss sich nicht nur gegen allerlei Clanmachenschaften zur Wehr setzen, sondern auch gegen die Vereinnahmung ihres Söhnchens, mit dem sie fliehen wollte.

So gesehen ist «Unter der schwarzen Sonne» gute Unterhaltung mit starken Frauen­figuren, am besten dann, wenn sich Alba und die undurchsichtige Witwe Béatrice (Isabelle Adjani) nach Kräften angifteln. Ob das alles logisch ist, steht freilich auf einem ­anderen Blatt.

Unter der schwarzen Sonne
Netflix