Eva (Sidse Babett Knudsen, «Borgen») ist eine allseits ­geschätzte Gefängniswärterin, ruhig und kontrolliert, sie leitet sogar den örtlichen Yogakurs. Nur einmal gerät ihr Leben ins Wanken: Als der Neuankömmling Mikkel (Sebastian Bull) in den benachbarten Hochsicherheitstrakt kommt, bittet Eva um eine Versetzung genau dorthin, denn Mikkel hat mutmasslich jemanden aus ihrer Familie umgebracht.

«Die Wärterin» von Gustav Möller ist starker Tobak, und vielleicht ist der reale Fall des Brian Keller mit ein Grund, weshalb man diesen Film dem Schweizer Kinopublikum nicht zumuten mochte. Bei Mikkel und Brian gibt es punkto Gewalttätigkeit durchaus Parallelen.

Beim Home-Cinema-Release zeigt sich nun, dass der schwedisch-dänische Regisseur Möller ein Magier ist, wenn es um die Erzeugung von Spannung in geschlossenen Räumen geht. Das bewies er schon im Drama «The Guilty» (2018), wo ein angeklagter ­Polizist in eine Notrufzentrale strafversetzt wird und einer angeblich entführten Frau helfen muss. In extremis, versteht sich. Auch in «Die Wärterin» sind die Verhältnisse beengt, die Figuren schuldbeladen, das moralisch-rechtliche Dickicht kaum zu entflechten. Eine rundum fesselnde Gefängnishölle. 

Die Wärterin
Diverse Plattformen
(AppleTV, Sky, blue+ Video)
Ab Do, 22.5.