Der piekfeine britische Upper­class-Akzent, der Name ­Simone, die Kindheit auf einer stattlichen Farm in Australien: «Alles Fake». Das stellt der Sohn von Simone – respek­tive schlicht: Sammy – fest, als Simone/Sammy 1988 Hals über Kopf mit ihren Kindern London verlassen muss.

Denn nach dem Tod ihres Mannes, der unrühmlich mit einer Prostituierten im Bett und Handy im Hintern gefunden wurde, stellt sich heraus, dass die Familie pleite ist und den ganzen Reichtum verpfänden muss.

So landet Sammy mit ihren hochgradig genervten Teenagern Lenny und Tess in ihrer alten Heimat im australischen New­castle. Anstatt in vornehmem ­britischen Englisch zu parlieren, wird hier derb Aus­tralisch geflucht, und die Farm entpuppt sich als kleines Haus, in dem sich der Tierbestand auf ein bissiges Opossum beschränkt.   

Wie sich Sammy hier ihrer verkorksten Vergangenheit mit einer alkoholkranken Mutter und einem kindsköpfigen Bruder stellt, erzählt die Dramedy-­Serie «Frayed – Plötzlich Pleite» mit schrägem Humor, aber auch Feingefühl für die diversen Nöte ihrer Protagonisten. Sarah Kendall spielt die frustrierte Sammy, die mehr auf dem Kasten hat, als sie meint, herrlich aufmüpfig.

Zusammen mit den anderen kernig gezeichneten Figuren und dem 80er-Jahre-Groove ergibt das eine sehr unterhaltsame Serie mit Herz und Humor. In der ­Arte-Mediathek sind zwei Staffeln zu sehen.

Frayed – Plötzlich Pleite
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