Noch zwei Wochen bis Weihnachten, da klappt June (Helen Mirren) in der Küche zusammen. Der Krebs in ihrem
Unterleib habe Metastasen gebildet, heisst es im Spital. Es sei fraglich, ob sie die Feiertage noch erleben werde.

Alsbald versammelt sich die ganze Familie am Krankenbett: der grummlige Ehemann Bernie (Timothy Spall), die Businessfrau Julia (Kate Winslet), die mit der miesepetrigen Molly (Julia Riseborough) auf Kriegsfuss steht. Ferner ist da auch die Esoterikerin Helen (Toni Collette), und irgendwo da­zwischen versucht sich der einzige Sohn Connor (Johnny Flynn) zu behaupten.

Der Netflix-Film «Goodbye June» ist ein Familienausflug durch allerlei Animositäten und Konflikte, deren Auflösung
unter der Regie von Debüt­regisseurin Kate Winslet jedoch eine lockere, fast liebevolle Note bekommt. Vielleicht, weil man in diesen intimen Bildern spürt, dass Winslet eine Reminiszenz an ihre 2017 an Krebs verstorbene Mutter schaffen wollte. Der Film ist insofern gelungen, als das Drehbuch ihres Sohns Joe Anders ein wunderbar lebensnahes Porträt einer Familie heraufbeschwört, die im Grunde nur zur Ruhe kommen möchte. Auch wenn dies angesichts des Unabwendbaren kaum zu schaffen ist.

Goodbye June

Netflix

Ab Mi, 24.12.