Lulus Bewerbungsgespräch in einem Küstenort läuft nicht wirklich rund. Die schüchterne Mittvierzigerin verkauft sich schlecht, und dann rät ihr der herablassende Personalchef auch noch, sie solle doch einfach in der Werkstatt ihres Mannes aushelfen. «Reicht ­Ihnen das nicht?» Nein, das reicht Lulu (Karin Viard) nicht. Und genau genommen reicht ihr auch ihr bisheriges Leben nicht mehr. Anstatt zum querulantischen Gatten und den Kindern zurückzukehren, bleibt Lulu einfach am Meer.

Mit «Treibsand» hat die ­französisch-isländische Drehbuchautorin und Regisseurin Sólveig Anspach (1960–2015) Étienne Davodeaus Comic «Lulu, femme nue» verfilmt. Sie verwandelt die Geschichte eines Ausbruchs in ein für sie typisches märchenhaftes Drama. Eine verschlafene ­Küstenstadt wird zum Ort der skurrilen Spontanbekanntschaften, der Solidarität unter Vereinsamten und der kleinen Freiheiten. Anspach zimmert poetische Szenen voller leisem Witz, in denen Lulu Autoscooter fährt oder auf einem Felsen die Arme im Küstenwind ausbreitet. Nur ganz kurz – sich frei fühlen muss erst gelernt werden.

Nebst «Treibsand» sind in der Arte-Mediathek auch Anspachs Spielfilme «Queen of Montreuil» und «Der Effekt des Wassers» zu sehen. Zudem zeigt der Sender am Mittwoch, 22. April, um 20.15 Uhr ihr autobiografisch inspiriertes Krebsdrama «Kopf hoch!».

Treibsand
Ab So, 19.4.
www.arte.tv