«Die Leute entdecken lieber ­einen Tumor als einen Brief vom Finanzamt», sagt der Vorgesetzte. Sara Santano (Carmen Machi) versteht das gut. Als Steuerprüferin zog sie einst gegen einen mutmasslich steuerhinterziehenden Fuss­baller den Kürzeren, und alle wissen das.

Doch jetzt, an ­ihrem letzten Arbeitstag, flattert der verwitweten Frau ein Angebot auf den Tisch, die ­mexikanische Sängerin Celeste (Andrea Bayardo) auf 20 Mil­lionen Euro zu verklagen. Vorausgesetzt, Sara kann beweisen, dass sich der Star mehr als die Hälfte des Jahres in Spanien aufgehalten hat.

In der sechsteiligen spanischen Serie «Celeste», die vom Verfahren gegen den kolumbianischen Popstar Shakira inspiriert ist, ziert sich die Haupt­figur lange. Manchmal sagt Sara auch gar nichts. Das sind die aufregendsten Momente, da man aus ihrem Blick Entschlossenheit, Enttäuschung und Zweifel in prächtigen ­Varianten herauslesen kann. Und wenn sie mal loslegt, macht diese Pokerface-Ermittlerin keine halben Sachen.

Da verhandelt sie ungeniert mit Edelgastronomen, einem Coiffeur oder einem Paparazzo über Betriebsgeheimnisse. So verändert sich im Lauf der Zeit nicht nur Saras Frisur, sondern auch ihre Persönlichkeit: Sie wird von der Einzelkämpferin zur Teamplayerin.

Celeste
Arte-Mediathek