Unendliche Wälder, atemberaubende Wasserfälle, Schluchten und ein brüllender Bär: In der Thrillerserie «Untamed» kann das Publikum in Naturbildern schwelgen. In dieser Wildnis – dem kalifornischen Yosemite-­Nationalpark – scheinen ­allerdings nicht nur die Tiere, sondern auch die Menschen ungezähmt («untamed»). Das wird gleich zum spektakulären Beginn klar, als sich in einer Steilwand eine herunterfallende Leiche in den Seilen von zwei Kletterern verheddert.

Ein Fall für den wildnis­erprobten Special Agent Kyle (Eric Bana), der alles ­daran setzt, die Identität der jungen Toten herauszufinden. Unterstützt wird er von der Rangerin Naya (Lily Santiago), die – frisch aus Los Angeles – keine Ahnung von den Gefahren im Nationalpark, aber eine gute Spürnase hat. Naya gelingt es auch, hinter die mürrische Fassade ihres Chefs zu blicken: Denn Kyle hat seinen kleinen Sohn verloren und ertränkt seine Trauer im Alkohol.

An persönlichen Dramen mangelt es in dieser Netflix-­Produktion nicht, und von ­kriminellen Hippies bis zum abgebrühten Wildhüter (Wilson Bethel) gibt es allerlei Verdächtige. Das ist gegen Ende hin etwas gar dick aufgetragen, bisweilen auch klischeebehaftet. Aber insgesamt bietet der Sechsteiler rasante Thriller-­Spannung in impo­santer Landschaft – und beste Unterhaltung.

Untamed
Netflix