Eigentlich wollte er ja in Ruhe seine Memoiren schreiben. Aber dann wird der ehemalige US-Präsident George Mullen (Robert De Niro, Bild, vorne) von seinem früheren Mitarbeiter Roger Carlson (Jesse Plemons) wieder an die Front gebeten. 

Nach einem flächendeckenden 1-Minuten-Cyberangriff auf die USA mit Tausenden von Todesopfern wird Mullen Chef einer mit ­nahezu unbeschränkten Befugnissen ausgestatteten Sonderkommission. Deren Aufgabe ist es, die mut­mass­lich russischen Drahtzieher zu fassen.

Die Netflix-Serie «Zero Day» kommt mit ihrem Worst-Case-­Szenario zur rechten Zeit: Machtgier, Gesellschaftsspaltung und Desinformation, wohin man schaut, in den Hinterzimmern rumort der Teufel. Allerdings sollte man sich vom klassischen Aufbau der Serie nicht täuschen lassen. Denn Mullen ist, obwohl er in der Bevölkerung grosse Sympa­thien geniesst, ein Sicherheitsrisiko.

Er hört und sieht Dinge, die es nicht gibt, und in seinen Notizbüchern stehen hingekrakelte Textwiederholungen des Sex-Pistols-Songs «Who Killed Bambi». Zudem zieht ein TV-­Verschwörungstheoretiker (Dan Stevens) alle Ermittlungen der Kommission in Zweifel, während Georges eigene Tochter Alex (Lizzy Caplan) in der Aufsichtsbehörde dessen Aktivi­tä­ten über­wachen soll. Für die Memoiren bleibt keine Zeit.

Zero Day
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