Bis in die 1970er-Jahre lebten in der Schweiz Tausende sogenannter Verdingkinder getrennt von ihren Familien. Play Suisse lässt dieses düstere Kapitel einheimischer Geschichte jetzt mit einer Kollektion von mehreren Spiel- und Dokumentarfilmen Revue passieren.

Zum Beispiel mit «Der Verdingbub» von Markus Imboden: Da wird der Waisenknabe Max (Max Hubacher) aus dem Heim gezerrt und die gleichaltrige Berteli (Lisa Brand) ihrer alleinerziehenden Mutter entrissen. Beide kommen zum Bauernpaar Bösiger (Stefan Kurt, Katja Riemann), und da findet zusammen, was nicht zusammenpasst: bäuerliche Gewalttätigkeit und die Sehnsucht nach einer «richtigen Familie». Herausragend spielen Max Hubacher als handörgelnder «Bueb» und Stefan Kurt als versoffenes «Viech»; beide ­erhielten für ihre kraftvollen Darstellungen je einen Schweizer Filmpreis.

Der Verdingbub
Play Suisse