Einmal ging es an einem Filmset nur noch mit Eiswürfeln im Hintern, gesteht Charlie Sheen. Es ist eine der harmloseren Episoden im Leben des gefallenen, aber mittlerweile cleanen Hollywoodstars, dessen Wesen sein «Two and a Half Men»-Co-Darsteller Jon Cryer so beschreibt: «Er scheint nicht zu glauben, dass er das, was er erreicht hat, verdient.» Ein Satz, ein Leben.

In der zwei Folgen umfassenden Netflix-Doku kommen viele zu Wort, etwa Freunde wie Sean Penn oder die Ex-Gattinnen Denise Richards und Brooke Mueller. Nur Vater Martin Sheen («Apocalypse Now») will nichts sagen, vielleicht weil er sich zu sehr ­verausgabte in all den Jahren, um seinem wegen Gewalt mehrfach verurteilten Sohn beizustehen. Etwas unfair ist, dass die Doku Schnipsel aus Charlies Filmen und reale Aufnahmen wild ineinandermixt.

Dafür kochen alte Verfehlungen hoch. «Einen Tag hatte ich 18 Stunden lang Nasenbluten vom Kokain. Am Abend ist es mir dann am Filmset aufs Hemd getropft», erinnert sich Sheen.

Spätestens da unterscheidet sich die Netflix-Doku von herkömmlichen Jubelpor­träts, auch wenn der Protagonist keine seiner Entgleisungen und obszönen Gagenforderungen zu bereuen scheint. Seine ­lapidare Haltung: «Alles lief bestens. Dann ist es mir entglitten. Wie immer.»

aka Charlie Sheen
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