Die unnötige Erklärung des Technikers, der Kommentar zum Aussehen statt zur Musik, die eine Berührung zu viel, die Aufforderung, lauter zu singen, damit der Ton wie bei einer männlichen Stimme eingestellt werden kann: Sexismus in der Musikbranche hat viele Gesichter. Die Zürcherinnen Paula Scharrer und Olivia Merz (Bild) sprechen in ihrem Podcast «Störfrequenz» mit verschiedenen Künstlerinnen über ihre Erfahrungen und den Umgang mit Sexismus.

Scharrer und Merz machen selbst Musik in der Indie-Band Fräulein ­Luise. Die beiden Gastgeberinnen treten im Podcast denn auch nicht als unabhängige Rechercheurinnen auf, sondern reagieren als Musikerinnen auf ihre Gesprächspartnerinnen und teilen auch eigene Erfahrungen.

Zu Beginn fehlt es an Stringenz, doch lohnt es sich, durchzuhalten. Denn mit der Zeit gewinnt das Format an Fahrt und zeigt ein alarmierendes Bild der Musikszene. Nachdem Merz und Scharrer mit Steiner & Madlaina über die Indie-Pop-Szene gesprochen haben, wenden sie sich dem Hip-Hop zu. Anschliessend halten sie ihr Mi­krofon in verschiedene Booking-Büros und untermauern die Eindrücke der Ungleichheit mit entlarvenden Zahlen.

Der Watson-Podcast, produziert von Elephant Stories, punktet durch eine langsame, verspielte Erzählweise mit vielen Musiksequenzen und setzt auf persönliche Erfahrungen. Diese Herangehensweise macht den Podcast lebendig und ermöglicht den Hörerinnen und Hörern eine grosse Nähe 
zum Thema.

Störfrequenz
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