Seit 35 Jahren gehört die ehemalige DDR zu Deutschland. Regisseurin Jana Kalms und Reporterin Henrike Möller ­haben im Auftrag der ARD ­einen Podcast geschaffen, in dem sie die Lebensgeschichten ostdeutscher Frauen erzählen.

Da ist etwa Brigitte, die durch die Wende ­ihren Job in der Fabrik­kantine verliert, aber auch neue Möglich­­keiten bekommt: Sie nimmt einen Kredit auf und eröffnet eine Disco. May kam als Vertrags­arbeiterin aus Vietnam nach Rostock. Nach dem Mauerfall kann sie bleiben. Doch die fremdenfeindliche Stimmung macht ihr Angst.

Inas Mann soll nach der Öffnung die landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft in Privathand überführen. Er hat jedoch Angst vor der Wut der Entlassenen und kneift. Nun muss Ina Jobs annehmen, die ihr Bauchweh bereiten.

Der Podcast «Der Bruch» ­beleuchtet selten gehörte ­Per­spektiven und Lebensrea­litäten, in denen Politik nicht schwarz-weiss gedacht wird, sondern sich in Widersprüchen und Existenzängsten ausdrückt. Der historische Kontext wird gegeben, an Kommentaren wird gespart. Eine gute Entscheidung, denn so kommt man den Protagonistinnen sehr nahe. Die Geschehnisse aus ihren Augen neu zu erleben, ist bereichernd und inspirierend, denn Umbrüche sind nicht nur ein Thema der Vergangenheit.

Der Bruch – Frauen zwischen Ost und jetzt

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