Es gibt wahrscheinlich genauso viele Arten, über Bücher zu reden, wie es Bücher gibt. Die Kulturwissenschafterin Nefeli Kavouras und der Autor Anselm Neft, die sich in einer Schreibgruppe kennengelernt haben, tun das für ihren Podcast in präziser, aber unprätentiös hamburgischer Weise. Jeden dritten Sonntag besprechen sie bei ihrem «Laxbrunch» ein oder zwei Bücher. Mal stürzen sie sich auf Neu­erscheinungen, mal ­holen sie ­einen älteren Schatz hervor.

Schön ist, dass die beiden Gastgeber nicht nur vertieft auf ­Inhalt und Sprache eingehen, sondern auch der eigenen ­Rezeption und vor allem dem Humor genug Platz einräumen. So erzählt Kavouras, dass der Roman «Liefern» von Tomer Gardi sie dazu brachte, sich vorzunehmen, freundlicher zu Lieferanten zu sein.

Manchmal laden die beiden auch Gäste ein, die ein Buch mitbringen. So wie ­Physiker und Autor Daniel ­Mellem («Einstein im Bade»), der ­«Giovannis Zimmer» von James Baldwin dabei hat. Das Buch lässt die drei über Rollen­bilder und Einsamkeit philosophieren und darüber, wie die Figuren, von denen man liest, im Kopf eigentlich aussehen. Beim «Laxbrunch» kann man sich Inspiration für neue Bücher holen oder das Gelesene räsonieren lassen, wie in einem gemütlichen, aber gehaltvollen Literaturklub.

Laxbrunch – der Literaturschnack
www.laxbrunch.de und diverse Podcastportale