Zürichs Geschichte ist reich an dramatischen Stoffen. Das weiss auch das Drehbuchautorenpaar Plinio Bachmann und Barbara Sommer. Die beiden recherchieren jeweils eine historische Geschichte und erzählen sie sich im Podcast «Filmreif» mit Blick auf eine mög­liche Verfilmung. Einmal geht es um Lydia Escher, die Tochter des Eisenbahnpioniers.

Ein andermal um die Schriftstellerin und Reise­reporterin Annemarie Schwarzenbach (Bild): Die Tochter des Zürcher Seidenfabrikanten war in den 1930ern eine Ausnahme­erschei­nung. Ihr androgynes Aussehen, ihre Homosexualität und ihre Leidenschaft für Literatur machten sie zur Rebellin in ihrer Familie. Annemarie verliebte sich in Erika Mann, eine überzeugte Antifaschistin. ­

Annemaries Mutter, Renée ­Wille, bewunderte Adolf Hitler. Nachdem Annemarie von ihrer Mutter und Erika verstossen wurde, folgten ein Suizidversuch und ein Trip nach New York, der in der Psychiatrie ­endete. Erst in Afrika schaffte sie es, sich zu emanzipieren.

Sommer und Bachmann erzählen mit Sinn für Dramatik und Details. Nur die Idee des Podcasts, unverfilmte Stoffe zu erzählen, geht nicht auf: Denn Schwarzenbachs Leben wurde bereits mehrfach verfilmt, und zu Escher ist ebenfalls ein Film geplant. Trotz dieser unstimmigen Grundsetzung gibt der Pod­­cast spannende Einblicke in die Zürcher Geschichte.

Filmreif
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