Rock: Wet Leg
Satt rollende, effektive Beats, immer brodelnd und auf Ausbrüche wartend, dann grätschen heftige Gitarren rein, gern auch bis fünf vor Heavy Metal. Dazu kommt die wandlungsfähige Stimme von Rhian Teasdale: von sanft, fast hauchend, bis entfesselt schreiend. Frei von blinder Virtuo­sität schafft das britische Rock-­Duo mit wenigen Tönen kurze, eingängige Melodien und lässt immer wieder neue Facetten und Höhepunkte entdecken. Schlicht grossartig!

Wet Leg
Moisturizer
(Domino Records 2025)

Oriental Pop: Yasmine Hamdan
Es sei eine Art Auferstehung, sagt Yasmine Hamdan (49) zu ihrem neuen Album nach acht Jahren Pause. Seit 20 Jahren lebt die gebürtige Libanesin im Pariser Exil. Im Nahen Osten gilt sie als Pionierin des Indie-­Elektropop. Auf Arabisch thematisiert sie in mit Orien­talismen durchwobenen Klageliedern Perspektiv­losigkeit oder Standhaftigkeit. Dabei hat sie konkret ihre Heimat im Blick, drückt aber auch universelle Erfahrungen aus. Urs Hangartner

Yasmine Hamdan
I Remember I Forget
(Crammed Discs 2025)