Klassik: Lelie Cristea

Das Stück «Ciocarlia» kennen viele seit Emir Kusturicas Film «Underground». Lelie Cristea spielt den wummernden Ohrwurm nun derart filigran, dass sich andere Klangsphären öffnen.

Die 34-jährige deutsch-­rumänische Geigerin hat für ihr Album bekannte, vor allem aber vergessene Musik aus ­ihrer «alten Heimat» zusammengestellt. Damit lädt sie zu einer leidenschaftlichen Klang­reise in die wilden Karpaten, wo auch ihr Grossvater am Komponieren war. 

Lelie Cristea
Carpathian Tales
(Solo Musica 2025)

Jazz: Wabjie
Wabjie nennt sich jenes Gras, das trotz Stein und Asphalt aus allen Ritzen wächst. Auch das gleichnamige Genfer Trio macht Widerstand zum Profil. Vertrackte Beats, freier Piano-­Jazz, Synthie-Bass und kunstvoller Gesang fügen sich mit Soraya Berent, Michel Wintsch und Samuel Jakubec zu einem knackigen Songkonglomerat. Das erinnert ferne an Robert Wyatt und britischen Art-Rock, klingt aber ganz und gar von heute. Experimentierfreudig und einzigartig. Pirmin Bossart

Wabjie
Polymetric Spells
(Unit 2025)