Jazz: Craig Taborn
Die Aufhebung der Stilschub­laden funktioniert am besten, wenn sich Musiker un­vorein­genommen ans Werk machen. Craig Taborn ist so ein neugie­riger Musikant, der sich seit 30 Jahren zwischen Avantgarde-­Jazz und Minimal-­Elektronik ­bewegt. Im spannenden Dazwischen öffnet der ­Detroiter Pia­nist nun sein «Dream Archive» und präsentiert sechs Preziosen. Cellistin Tomeka Reid und Drummer, Vibrafonist und Sampler Ches Smith sind mehr als Assistenten.

Craig Taborn
Dream Archives
(ECM 2026)

Klassik: Kirill Zvegintsov
Der ukrainische Pianist Kirill Zvegintsov (42) verbindet auf seiner Solo-­CD die Lebenslinien von Heinz Holliger, Jürg Wyttenbach und Ludwig van Beet­hoven. Dabei sind die «Drei ­Klavierstücke» des 2021 verstorbenen Baslers Wyttenbach eine Entdeckung. Zwischen Holligers «Albumblätter» gewebt sind Wyttenbachs Ausarbeitungen von Beethoven-Skizzen zur Klaviersonate op. 109. So entsteht ein Musik-Mosaik, das Zvegintsov mit höchster Imagination belebt. Cécile Olshausen

Kirill Zvegintsov
Lifelines – Holliger, Beethoven, Wyttenbach
(Wergo 2025)