Jazz: Christoph Stiefel
Seine Welt ist der Jazz, doch der Pianist Christoph Stiefel hat diesem stets andere Klangsprachen beigemischt. Auf seinem neuen Soloalbum wird klar, worum es dem 64-jährigen Zürcher geht: um die ­Musik und deren Magie. Stiefel ist ein Meister darin, vorgedachte – zuweilen fix auskomponierte – Muster mit im Spielmoment entstehenden Passagen zu bildgewaltigen Ad-hoc-Stücken zu collagieren. Ein wunderschön intensives ­Album. 

Christoph Stiefel
To the Source
(nwog 2025)

Neoklassik: Max Richter
Einfachste tonale Bewegungen oder Akkorde, die sich wiederholen, sind langweilig. Hier nun findet dieser neoklassische Stil zu seiner ureigenen Stimmungslage: zum Schlaf, ganz ohne Ironie. Schlaf ist ein zu wenig beachtetes Thema in der Musik. Aber das Hypnotisierende dieser ständigen Wiederholungen nimmt ein und trägt mit. Aus seinem achtstündigen Werk «Sleep» hat der deutsch-britische Komponist Max Richter nun einen kürzeren Circle voller Träume zusammengestellt. 

Max Richter
Sleep Circle
(Deutsche Grammophon 2025)