Einem Modetrend lässt sich entgegenwirken, indem man ihn kunstvoll widerlegt. Während sich die meisten der vielen jungen Pianotrios auf hyperoriginelle Weise von der Tradition dieser jazzmusikalischen Königsdisziplin loszulösen versuchen, agieren Josquin Rosset (Piano), Gabriel Meyer (Bass) und Jan Geiger (Drums) in unaufgeregter Schlichtheit, womit sie eine weit originärere Wirkung erzielen. Als Working Band setzt das ­St. Galler Trio nicht aufs derzeit beliebte (Stil-)Mittel des Coverns. Es entwickelt ausschliesslich eigenes Tonmaterial und verdichtet dieses bis zur klanglich perfekten Reife. Auf diese Weise hören sich die fertigen Stücke an wie zigfach interpretierte, aber mit neuem Elan aufgefrischte Standards. Mit seinem erst zweiten Album «Trialogue» knüpft das seit 1999 bestehende Trio an die frappante Wirkung seines Erstlings «What Happened» an. Dieser hat 2010 weltweit für Furore gesorgt.


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Rosset Meyer
Geiger Trialogue
(Unit 2012).
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