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Der Besuch eines Musikfestivals ist anstrengend. Die Freude, verschiedene Bands innert kurzer Zeit zu erleben, mündet oft in Reizüberflutung, gefolgt von lähmender Müdigkeit. Im luzernischen Willisau sind solch emotional-physische Wechselbäder besonders intensiv zu erleben. Denn in der nüchternen Festhalle finden nebst den abendlichen auch Nachmittagskonzerte statt. Eine Programmverdichtung, die manch Besuchende unverhohlen zur Siesta nutzen. Ich erinnere mich gut an den Samstagnachmittag 2002: Dave Douglas liess mich mit seinem Tiny Bell Trio immer wieder aufschrecken. Louis Sclavis dann begleitete meinen erholsamen Schlummer in den Himmel über Willisau, allwo der formidable Cellist Vincent Courtois elysische Weisen strich. Diesen Sound-Trip werde ich niemals vergessen. Auch Freejazz-Schamane Cecil Taylor gibt den perfekten Einluller, holt die Schnarchgemeinde aber effektvoll mit pianistischen Knalleffekten in die Realität zurück. Mehr dazu auf den Seiten 18/19.

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