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«Die Mutter verliert rasant ihr Gedächtnis. Ich habe versucht, davon etwas festzuhalten.» Das sagt der 1977 geborene deutsche Regisseur David Sieveking zur Entstehung seiner aus grosser Nähe gestalteten Dokumentation: «Es ist kein Film über meine Eltern, sondern mit meinem Eltern.» Gemeinsam sei man das Projekt angegangen, alle waren daran beteiligt: «Es ist kein Krankheitsfilm geworden, wie ich das befürchtet hatte, sondern eine heitere Liebesgeschichte.»
Es ist natürlich, bei aller Heiterkeit, ein trauriger Film. Die Mutter des Regisseurs verliert zunehmend, was sie früher besass – die Erinnerung. Und der Regisseur wird seine Mutter verlieren, muss mehr und mehr von ihr Abschied nehmen. Er zeigt auch auf, was die Krankheit der Mutter für die Familienmitglieder bedeutet: Vater und Ehemann Malte hat sich seine Pensionierung ganz anders vorstellt. Er betreut nun seine Frau, statt sich seinen mathematischen Forschungen zu widmen. Als der Vater einmal allein in die Ferien fährt, bleibt Sohn David bei der Mutter, und es kommt zur schönen Annäherung der beiden. David erfährt erstmals Näheres aus der bewegten Familiengeschichte jener Jahre, als er noch nicht geboren war.
Die DVD-Edition von «Vergiss mein nicht» ist mit einem informativen 20-seitigen Booklet ausgestattet. Dazu ist sie üppig mit zweistündigem Film- und Audio-Bonusmaterial bestückt. Ein Making-of findet sich ebenso wie ein Interview oder ein längeres Radio-Expertengespräch mit dem Regisseur und einem Gerontologen.
Vergiss mein nicht
Regie: David Sieveking
D 2012
DVD 88 Minuten Bonus 120 Minuten
(Look Now! 2013).
Urs Hangartner

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