Schon sein erster Kinofilm war die reinste Provokation. In «Der siebente Kontinent» erzählt Michael Haneke 1989 die Geschichte einer Familie, die die eigene Existenz auslöscht und sich so mit äusserster Konsequenz der Leistungsgesellschaft entzieht. Seither hielt der österreichische Filmemacher immer wieder den Finger direkt in die Wunden der westlichen Gesellschaft: Gewalt und Sexualität, Geschichtsverdrängung und Tod. Zu seinem 80. Geburtstag blickt Arte mit «Der Haneke-Code» nun auf sein Schaffen zurück. Der fast essayistische Dokfilm analysiert, worin die Kraft von Filmen wie «Funny Games» oder «Liebe» liegt. Und zeigt anhand von Filmausschnitten, wie stark Hanekes Bildsprache ist. Ein Schlag in den Magen, der einen gleichzeitig jubeln lässt – so beschreibt ein Filmkritiker das Werk des Regisseurs. Haneke selber sieht sein Schaffen eher als Ansporn für die Zuschauer, nach Alternativen im Leben zu suchen. Und was rüttelt einen schon stärker auf als ein Schlag in den Magen?     

Der Haneke-Code 
Regie: Marie-Eve de Grave
F/D 2022, 52 Minuten 
So, 20.3., 22.10 Arte