Was hinter der Bühne passiert, welche Prozesse bis zur fertigen Inszenierung ablaufen, bleibt den Zuschauern meist verborgen. Fadrina Arpagaus, Dramaturgieassistentin und seit Herbst 2010 Blog-Betreiberin des Theater Basel, taucht hinter die Kulissen ein und berichtet in ihrem Blog über das Making-of. Sie reflektiert, stellt Fragen oder schaut in eine bereits verworfene Textfassung. «Der Blog soll eine Ergänzung,
einen gedanklichen Überbau zu den Inszenierungen darstellen», erklärt sie. Von konventionellen Theaterzeitungen oder der Feuilletonkritik unterscheidet sich ihr Internet-Tagebuch durch offenen Inhalt und Form: «Der Blog ist ein Sprach- und Gedankenexperiment und funktioniert eher assoziativ als informativ», betont sie. Von der kulturpolitischen Glosse bis zum Theaterkantinen-Einblick ist hier alles zu lesen, wie ein Blick auf www.theaterbaselschauspiel.wordpress.com zeigt.
Ihre Blog-Erfahrung kann sie auch in Berlin einbringen: Vom 6. bis 23. Mai findet hier das jährliche Theatertreffen (tt) statt, wo die laut Jury «zehn bemerkenswertesten Inszenierungen der letzten Saison» gezeigt werden. Arpagaus wurde mit sechs anderen jungen Kultur-Bloggern aus aller Welt ans tt11 eingeladen, um täglich in Text-, Bild-, Audio- oder Videoform über Geschichten rund um die Inszenierungen, die Ensembles, Partys und Podiumsdiskussionen auf www.theatertreffen-blog.de zu berichten. Eine denkfreudige Theateröffentlichkeit soll dadurch im Netz entstehen und dem Theater eine ­gesellschaftspolitische Relevanz zurückgeben, wie sich Arpagaus wünscht. Denn noch kommt die Berichterstattung oder der Diskurs über Theater im Netz zu kurz. Nun machen sich Kulturblogger daran, dieses Brachland zu beackern.