Es ist zur schönen Tradition geworden, dass zur Eröffnung des Zürcher Festivals Jazznojazz die Gewinnerband des im Frühling verliehenen ZKB-Jazzpreises spielt. Mit Bounce tritt heuer ein Quartett an, das dem Festivalnamen alle Ehre macht und die namhaften Kollegen des Hauptprogramms wird staunen lassen.

«To bounce» lässt sich mit springen, hüpfen, federn übersetzen. Das Quartett steht tatsächlich allzeit sprungbereit auf der Bühne, überhüpft spielend stilistische Hürden und schlägt rhythmische Purzelbäume. Bounce swingt und lärmt, groovt und knirscht: So klingt Musik, die nach sich selbst sucht. Gespielt von vier Charakteren mit grundverschiedenen Geschichten und Erfahrungen.

Epizentrum der Band ist Bern, von wo aus die junge Jazzszene selbst Zürchern und Luzernern den Marsch bläst. Und wo Domi Chansorn viele Fäden zieht zwischen Musik, Kunst, Performance. Bei Bounce schlägt er ein deftiges Drumset zwischen filigranem Jazz und urigem Rock. An seiner Seite agiert virtuos Bassist Andrey Tatarinets, geboren in Moskau und via Deutschland in Bern gelandet. Die beiden Bläser Julian Hesse (Trompete, Flügelhorn) und Jonathan Maag (Saxofone) haben süddeutsche Wurzeln. Die ganze Clique pendelt heute zwischen Schweiz, Deutschland und den USA. Wie hellhörig, experimentierfreudig und flexibel sie funktioniert, zeigt auch dies: Treffen sich die Vier zu Proben oder Konzerten, sprechen alle – ein breites Berndeutsch! Gerade haben Bounce ihre erste CD her­ausgebracht, mit der sie nun durch die Lande ziehen.   

CD

Bounce:
Curiosities
(Music For Live Records 2013).

Jazznojazz Festival

Mi, 30.10.–Sa, 2.11. Gessnerallee Zürich
(Konzert Bounce: Mi, 21.30)
www.jazznojazz.ch

Radio

Fr, 1.11., 22.35
Jazznojazz live auf SRF 2 Kultur