Wieder gesehen: Unsichtbar

kulturtipp 03/2018 vom

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Wird man mit zunehmendem Alter unsichtbar? Dieser Frage ging der Zürcher Regisseur Christoph Schaub in seiner Komödie «Giulias Verschwinden» nach.

Es ist mehr als ein simples Etikett: Der «Ehrengast» der Solothurner Filmtage kann sich breiter Aufmerksamkeit der versammelten Filmszene sicher sein. Heuer ist es Regisseur Christoph Schaub, dessen beachtliches Gesamtwerk gezeigt wird. Die Filmografie des heute 59-jährigen Zürchers umfasst gut 15 ausgewachsene Dokumentar- und Spielfilme. Darunter so erfolgreiche Titel wie «Sternenberg» (2004), «Nachtlärm» (2012) – oder eben «Giulias Verschwinden» (2009).

In bester Schaub-Manier erzählt diese so muntere wie temporeiche Tragikomödie über das Älterwerden. An einem Beizentisch warten Freunde auf Giulia, um deren 50. Geburtstag zu feiern. Sie plaudern über die Tücken des zunehmenden Alters. Just diese erlebt Giulia derweil im städtischen Feierabendstress, wobei sie den Eindruck gewinnt, unsichtbar und damit nutzlos zu werden. Aufmunterung findet sie bei ­einem Unbekannten, der sie spontan zu einem Drink einlädt und ihr den Zauber des Augenblicks offenbart.

Schaub flicht den beiden Erzählsträngen mehrere Nebenfäden bei und tut dies mit erstaunlicher Leichtigkeit und stimmiger Dramaturgie. Corinna Harfouch lässt er auf die Spontibekanntschaft Bruno Ganz treffen, und in der Beiz warten mit Sunnyi Melles, André Jung, Stefan Kurt und Daniel Rohr auch keine Unbekannten. Nicht ganz alle Schaub-Filme lohnen ein Wiedersehen – dieser aber ganz bestimmt.

TV
Giulias Verschwinden
Mi, 21.1., 20.10 SRF zwei   

DVD
Giulias Verschwinden
Regie: Christoph Schaub
CH 2009
DVD, 85 Minuten
(Frenetic 2011)
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