Wieder gesehen: Labyrinthisches

kulturtipp 08/2015 vom

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Wieder auf DVD erhältlich: Markus Fischers Krimi-Adaption «Brandnacht» spielt in einem bigotten Emmental.

Die Geschichte nach dem preisgekrönten Krimi von Sam Jaun führt ins Emmental. Bruno Ganz in der Rolle des Peter Keller gerät ins Dickicht einer undurchschaubaren Dorf-Intrige. Er wird zum buchstäblichen Prügelknaben – dauernd erhält er Schläge.

Keller ermittelt privat in der Emmentaler Gemeinde, wo eine junge Frau tot aufgefunden wurde. Otto Balsiger (Andrea Zogg) wird der Mordtat verdächtigt; der Soldat, der einst unter Keller diente, bittet seinen früheren Offizier brieflich um Hilfe. Worauf sich Keller von Berlin aus aufmacht in «mys verschissene Heimatdorf».

Er trifft auf eine bigotte Dorfgemeinschaft und begegnet seinem Jugendfreund Josef Zingg, der jetzt als Sektenprediger bei den Amositen amtet; Ueli Jäggi ist mit Langhaar und Vollbart in einer seiner ersten grossen Filmrollen zu sehen. Etwas verdächtig ist auch eine Wohngemeinschaft; ihr Mitglied Uta (Barbara Auer) scheint es Keller angetan zu haben. Aber wem ist in Schwant noch zu trauen? Wer deckt wen? 

Zum Personal gehören unter anderem heuchlerische Dorfhonoratioren, Bordellbetreiber und die frömmlerische Bauernfamilie Jordi. Marcus Signer («Der Goalie bin ig») gibt den Bauernsohn Jakob, Dietmar Schönherr dessen weggetretenen Vater Josua. 

Die digitalisierte Remaster-Version von 2008 ist nun als DVD erhältlich, inklusive eines 15-minütigen Making of, in dem Regisseur Fischer, Bruno Ganz und Ueli Jäggi sich an die Dreharbeiten erinnern. Fischer verstand seinen Film, der ein eigentliches «Labyrinth» darstellte, «auch als eine Parabel auf die Schweizer Gesellschaft».

DVD
Brandnacht
Regie: Markus Fischer
CH/D 1992
DVD 95 Minuten
(Warner/Präsens 2015).

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