Henning Mankell: Im Schatten des Kolonialismus

kulturtipp 25/2017 vom | aktualisiert am

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Henning Mankells gesellschaftskritisches, aber noch nicht ausgereiftes Frühwerk «Der Sand­maler» zeugt von seiner Faszination für Afrika. Der Roman ist erstmals auf Deutsch erschienen.

Mosambik: Die zweite Heimat von Henning Mankell (1948–2015) (Bild: IMAGO/PHOTOTHEK)

Mosambik: Die zweite Heimat von Henning Mankell (1948–2015) (Bild: IMAGO/PHOTOTHEK)

Der 2015 verstorbene schwedische Bestseller-Autor Henning Mankell war ein Menschenfreund, das wird schon in seinen ersten Werken spürbar. Im Roman «Der Sandmaler» von 1974 erzählt er von zwei schwedischen Maturanden, die in ein unbenanntes afrikanisches Land reisen. Auf der einen Seite steht die feinfühlige Elisabeth, die Land und Leute näher kennenlernen will. Sie ist für die Schönheit und die schillernde Kultur genauso empfänglich wie für das Elend in den Slums. Auf der anderen Seite steht Stefan, der aus reichem Haus stammt und mit der Arroganz des weissen Eroberers auf die Einheimischen blickt: Er will hier das Strand- und Partyleben geniessen, junge Afrikanerinnen abschleppen.  

Den Blick schärfen für Ungerechtigkeit
Mankell, damals Anfang 20, mutet den Lesern in seinem ersten Afrika-­Roman ein arges Schwarz-Weiss-Denken zu. Er stand unter dem Eindruck seines zweijährigen Aufenthalts in Sambia – und war geschockt von den Auswirkungen der kolonialen Unterdrückung der Europäer. Über diese historischen Hintergründe referiert im Roman der ältere Lehrer Sven, den Elisabeth auf ihrer Reise kennenlernt und der ihren Blick für Armut und Ungerechtigkeit schärft. Währenddessen scheint dem dumpfen Stefan ­jegliche Empathie zu fehlen. Mankell zeigt diese grundverschiedenen Sichtweisen seiner Protagonisten, indem er abwechselnd aus Elisabeths und Stefans Sicht erzählt. [...]

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