Wer diese gut 60 Zeilen auswendig dahersagen konnte, war der Star: Franz Hohlers «Totemügerli», das eigentlich «Es bärndütsches Gschichtli» heisst, durfte in den 70ern und 80ern an keiner Party fehlen. War niemand zur Hand, der diesen onomatopoetischen Nonsens-Text beherrschte, griff man zu Kassette oder LP mit Hohler im Original.

Die bei aller Sinnenleere durchaus erahnbare Gespenstergeschichte hatte der 1943 in Biel geborene Kabarettist und Autor in seinem Programm «Die Sparharfe» 1967 erstmals auf die Bühne gebracht. Das begeisterte Echo führte dazu, dass Hohler Kurzvarianten in Rätoromanisch («Il malur de la fuorcla») und Französisch («Une anecdote») präsentierte. Alle drei Versio­nen sind bis heute auf der CD «Hohler kompakt» und im Buch «Wegwerfgeschichten» erhältlich. Hohler selbst bringt sie noch ­immer live zur Aufführung. Mit ­ungebrochenem Erfolg, denn ­einige seiner Wortkreationen wie «ugantelig» oder das «Schoossinjong» haben ihren Platz in der Umgangssprache gefunden.

Nun wird das «Totemügerli» 50 und gebührend gefeiert. Auf Einladung von Radio SRF kommt es im Luzerner Kleintheater zu ­einer vielstimmigen Hommage. Die Wortakrobaten Bänz Friedli, Nora Gomringer und Judith Stadlin werden eigene Varianten des Klassikers präsentieren. Sprach-Experten setzen zu Würdigungen an. Und auch Franz Hohler selbst ist zu Gast. Radio SRF bringt die Aufzeichnung gleich mehrmals zur Ausstrahlung. 

Live
Sa, 23.9., 20.00 Kleintheater Luzern
www.kleintheater.ch

Radio
Mi, 27.9., 20.00 SRF 1
Do, 28.9., 21.00 SRF 1
Sa, 30.9., 20.00 SRF 2 Kultur

CD
Franz Hohler
Hohler kompakt
(Zytglogge 1989).

Buch
Franz Hohler
Wegwerfgeschichten
(Zytglogge 1974/ 2009).